weststadt panorama

"Eddie, 59: Ich bin nicht so bewusst in die Weststadt gezogen. Es war eher aus Not, ich wollte wieder weg. Jetzt bin ich seit 15 Jahren hier."
>>> Weitere Stimmen aus dem Quartier

Datum: Dienstag, 3. September 2019

Zeit: 19:30 Uhr

Ort: Lusthäuschen, Brühlgrabenstrasse 7

Bei schlechtem Wetter: Nebenan im Henzihof (beim Bahnhof Allmend)

Traktanden:

1. Begrüssung

2. Informationen des Vorstands und der Arbeitsgruppen

3. Einsprache gegen Bauprojekt Vorbelastung

Erläuterung dazu: Diesem Bauprojekt, östlich des Lusthäuschen fallen zirka 10 Obstbäume zum Opfer. Viele Quartierbewohner und Vereinsmitglieder hat das sehr bewegt. Der Vorstand hat deshalb eine Einsprache (siehe weiter unten) bei der Stadt Solothurn eingereicht. Da die 1. Baupublikation in die Sommerferien fiel (die Frist wurde nur wegen eines Fehlers der Stadt verlängert) musste der Vorstand schnell handeln.

Die Meinungen zu dieser Einsprache sind sehr breit gefächert. Darum hat der Vorstand beschlossen, die Mitglieder an einer a. o. GV entscheiden zu lassen, ob an der Einsprache festgehalten wird oder nicht und bei dieser Gelegenheit auch breit zu diskutieren, wie wir uns grundsätzlich zu den Auswirkungen des Projekts Weitblick auf Hostet und Lusthäuschen stellen.

4. Varia

Danach lädt der Quartierverein zu einem Apéro ein.


Einsprache

Bauobjekt: Vorbelastung Erschliessungsstrasse Weitblick Nord N2/N3,

Einbau und Grundwasserabsenkung Bauplatz:

Weitblick Nord Grundstück: GB Nr. 2040

Als Quartierverein Weststadt Solothurn versuchen wir die Interessen der Einwohnerschaft aus dem in all seinen Facetten zu wahren und verstehen uns als Bindeglied zu den Behörden und Institutionen. In dieser Funktion hat der Quartierverein im Jahr 2018 eine Petition mit rund 2200 Unterschriften eingereicht, welche den Erhalt der Hostet, des Henzihofs und des Lusthäuschens an der Brühlgrabenstrasse verlangt. Diese Petitionen sind beim Stadtpräsidium eingegangen.

Zudem ist der Quartierverein massgeblich an der Zwischennutzung des Lusthäuschens und der Hostet beteiligt.

Das Grundstück GB Nr. 2040 ist vom Untergrund her schwierig zu bebauen. Aus den Planungsunterlagen geht hervor, dass die Stadt Vorarbeiten leisten will. Durch diese Vorarbeiten würden 10 Obstbäume gefällt. Aus folgenden Gründen ist das Projekt aus Sicht des Quartiervereins zurückzuweisen und abzulehnen:

1. die Weststadt ist ein Quartier mit sehr wenigen Bauten und Orten, welche einen Bezugspunkt zur Vergangenheit herstellen. Das Ensemble des Henzihof, Lusthäuschen und Hostet sind eine Ausnahme und bilden einen wichtigen Ankerpunkt für die Quartierbewohner. Dies zeigt die geleistete Freiwilligenarbeit eindrücklich.

2. Bäume fällen bedeutet immer eine emotionale Belastung. Der Weitblick soll Räumlich wie auch emotional eine stärkere Brücke zwischen der Stadt Solothurn und der Weststadt herstellen. Diese Brückenfunktion kann der Weitblick nur wahrnehmen, wenn den emotionalen Befindlichkeiten genügend Rechnung getragen wird. Durch das fällen der Bäume wird das Ziel des Brückenbauens mindestens stark erschwert.

3. Das Projekt der Überbauung des Weitblickareals ist eine sehr offene Planung. Ein Park in der ähnlichen Grösse wie die Hostet ist vorgesehen. Gesunde Obstbäume sollen nun einer Stasse weichen, damit neue Bäume in einem Park gepflanzt werden müssen.

4. Alte Obstbäume sind ein wichtiger Faktor für den Erhalt der Biodiversität. Gerade bei einer geplanten Überbauung ist abzusehen, dass diese in Mitleidenschaft gezogen wird. Da ist es wichtig bestehende Brückenköpfe zu erhalten.

5. Die Stadt Solothurn ist im Projekt des Kantons eingebunden, das den Juchtenkäfer schützt. Forschungen haben ergeben, dass in Solothurn der Juchtenkäfer vorkommt. Die Hostett und vor allem die zu fällenden Bäume sind zu untersuchen und bei Vorkommen des Juchtenkäfers zu schützen.

* * *

Wir hoffen euch zahlreich an dieser sehr wichtigen Versammlung begrüssen zu dürfen

Anhang Baupublikation:
azeiger

Sesselrücken im Vorstand des Quartiervereins Weststadt; Bea Beer tritt nach zehn Jahren als Präsidentin zurück und macht jüngeren Kräften Platz.

Die scheidende Präsidentin hat den Quartierverein Weststadt von Anfang an massgeblich geprägt und aufgebaut. Nach dem Ausscheiden von Co-Präsidentin Monika Grossenbacher vor einigen Jahren übernahm Bea Beer die Leitung des Vereins in eigener Verantwortung. Nun macht auch sie neuen Kräften Platz.

Mit ihr verlassen auch Kathrin Kuckelsberg und Gregor Häusler den gut aufgestellten Vorstand. An der Mitgliederversammlung neu aufgenommen wurden Monika Zäh und Pierric Gärtner. Der neue Vorstand wird sich selbst konstituieren.

Petition mobilisierte

Der vor zehn Jahren gegründete Quartierverein Weststadt war auch im vergangenen Jahr in verschiedenen Bereichen aktiv. Insbesondere beschäftigten sich dessen Leitung und zahlreiche Helferinnen und Helfer mit dem Erhalt des Lusthäuschens, der angrenzenden Hostet und des Henzihofes als vorläufiges Begegnungszentrum.

Wie dem Jahresbericht zu entnehmen ist, unterschrieben 1870 Personen eine entsprechende Petition, die schliesslich vom Gemeinderat gutgeheissen wurde. Beide Liegenschaften, inklusive der Obstgarten, können somit für die nächsten drei Jahre zwischengenutzt werden, mit dem Vorbehalt, dass diese Zwischennutzung kein Präjudiz für ein zukünftiges Quartierzentrum darstellt. Abgelehnt wurde eine zweite Petition, die den Verkauf von wertvollem Bauland im Entwicklungsgebiet Weststadt verhindern wollte.

«Gigantische Wundertüte»

Wie Quartierarbeiterin Regula Aepli bekannt gab, wurde die zur Verfügung stehende Scheune im Henzihof inzwischen entrümpelt und gesäubert. «Wir stehen vor einer gigantischen Wundertüte, und vieles ist zurzeit noch unklar», warnte Aepli vor allzu grossem Enthusiasmus. Immerhin hat die Quartierbevölkerung am 20. Juni anlässlich eines Auftakt-Events Gelegenheit, einen Augenschein zu nehmen.

Fest steht schon jetzt, dass die Räume – allerdings mit Einschränkungen – auch von Nicht-Quartierbewohnern genutzt werden können. «Wir wollen nicht, dass hier ein zweites Kofmehl entsteht», erklärte die Quartierarbeiterin. Auch wies sie darauf hin, dass der übrige Teil des Hofes weiterhin zum Wohnen genutzt wird.

Beliebter Quartierspielplatz

Mit Freude gab Bea Beer, die sich weiterhin um das Lusthäuschen kümmern wird, bekannt, dass dieses nun ans Wasser und den Strom angeschlossen ist, was neue Möglichkeiten eröffnet. Das als schützenswert eingestufte Häuschen diente auch im vergangenen Jahr als beliebter Begegnungs- und Veranstaltungsort. Grosser Beliebtheit erfreut sich auch der neu gestaltete Quartierspielplatz am Fichtenweg.

Die Jahresrechnung schloss mit einem Ertrag von 11'102 Franken. Der Aufwand belief sich auf 10'457 Franken, was einen Gewinn von 645 Franken ergab. Zum Highlight des laufenden Jahres gehört sicher das am 7. September stattfindende Weststadt Quartierfest.

Baurecht:
Dieses Anliegen wurde mit Stichentscheid durch Kurt Fluri sehr knapp abgelehnt.

Erhalt des Ensembles Henzihof und Lusthäuschen:
Der Henzihof wird stehen bleiben.
Gemeinsam mit dem Lusthäuschen kann er die nächsten drei Jahre zwischengenutzt werden.
Die Zukunft des Lusthäuschens ist nach der Zwischennutzung ungewiss.
Möglich sind alle Varianten.

Zwischennutzung des Ensembles Henzihof und Lusthäuschen
Sehr erfreulich ist die neue Zusammenarbeit mit der Stadt und der Quartierarbeit, um die Zwischennutzung zu gestalten.
Ein erster Austausch hat stattgefunden.
Die Stadt möchte schnell reagieren, damit die Zwischennutzung bald beginnen kann.
Momentan wird entrümpelt, danach kümmert sich das Stadtbauamt um die vorläufige Instandsetzung des Hofs, um die Sicherheit gewährleisten zu können.
Bald werden die Initiative und die Ideen der Quartierbevölkerung gefragt sein.
Also, überlegt bereits, was ihr gerne in der Scheune in den nächsten 3 Jahren realisieren möchtet.

Wir freuen uns auf die Zwischennutzung.

Download ausführliche Antwort Baurecht (24 Seiten)
Download ausführliche Antwort Erhalt Henzihof und Lusthäuschen (34 Seiten)

Das Lusthäuschen hat es inzwischen auf die Rote Liste des Heimatschutzes geschafft:

https://www.roteliste.ch/

Das für die Schweiz einzigartige Lusthäuschen in Solothurn, welches durch viele freiwillige Hände und Dank Gönnerbeiträgen wiederbelebt wurde, soll zusammen mit dem Henzihof und dem Obstgarten als Quartier- und Begegnungszentrum erhalten bleiben. Die Stadt Solothurn wird im Rahmen der Gebietsentwicklung «Weitblick» das Baufeld der Parkanlage in den nächsten Jahren erschliessen. Für den Erhalt des bäuerlichen Ensembles und vor allem des Lusthäuschens als «Identitätsanker» und Treffpunkt für Anwohnerinnen und Anwohner setzt sich der Quartierverein «Weststadt» ein. Erbaut wurde das Lusthäuschen in seiner heutigen Form 1915 in der Tradition der englischen Kleinarchitekturen mit ihren «Follies», wie sie im 19. und anfangs 20. Jahrhundert üblich waren.

 

Liebes Mitglied des Quartiervereins Weststadt

Veröffentlicht am 23. Jan. 2019

Der Märet, das Adventsfenster und Benefizessen in der Trattoria City-West. Jeden letzten Freitag im Monat spannende Kulturanlässe beim Lusthüsli. Das Quartierfest, das wir jedes zweite Jahr gemeinsam mit dem Quartierbüro organisieren: Ganz viel ist in den letzten Jahren in der Weststadt entstanden. Ganze viele Menschen sind aktiv geworden und noch viel mehr freuen sich, dass unser Quartier lebt. Und die Zukunft bleibt spannend. Unser Vorstand, der all die Aktivitäten koordiniert, erneuert sich auf die nächste Jahresversammlung hin. Langjährige Vorstandsmitglieder treten zurück, teils weil sie wegziehen, teils weil sie sich mehr einzelnen Projekten widmen wollen.

Damit diese wunderbare Sache weitergeht, brauchen wir dich: Deine Ideen, dein Engagement, die Lust und deine Zeit. Mach mit im Vorstand des Quartiervereins! Wie wird Solothurn West in zehn Jahren aussehen? Gemeinsam werden wir dorthin aufbrechen!

Melde dich bei uns. Gerne laden wir dich an eine der nächsten Vorstandssitzung ein. Wir freuen uns sehr auf dich!


Im Namen des Vorstandes
Kathrin Panzeri   Hanne Leuenberger   Felix Epper

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der Quartierverein Weststadt war auch im vergangenen Jahr überaus erfolgreich. Zahlreiche Aktivitäten fanden im und um das Lusthäuschen in der Hostet des Henzihofes statt.

Bereits zum neunten Mal trafen sich die Mitglieder des Quartiervereins Weststadt in der Aula des Schulhauses Brühl zu ihrer Mitgliederversammlung. Vor allem was die vor einem Monat eingereichte Unterschriftenaktion zum Erhalt des Lusthäuschens, des Henzihofes als Begegnungszentrum und des dazugehörigen Obstgarten betrifft, konnte Vereinspräsidentin Bea Beer gute Nachrichten verkünden: Die nötigen 200 Unterschriften wurden erreicht.

Ebenso erfolgreich war eine zweite Petition, die den Erhalt von wertvollem Bauland im Entwicklungsgebiet Weitblick fordert. Die Unterschriftenübergabe ist für den 28. Mai geplant.

Kultur und Obstfreuden

Von Erfolg gekrönt war auch das im vergangenen Jahr gestartete Veranstaltungsformat «à la folie», das jeweils am letzten Freitag des Monats Veranstaltungen in verschiedenen Bereichen anbietet. Neu ins Leben gerufen wurde 2017 eine sogenannte Hostet-Gruppe, die sich mit der Pflege der Bäume, der Ernte der Früchte, dem Weiden der Schafe und dem Heuen beschäftigt. «Am 23. September war der grosse Erntetag.

Es wurden Mostäpfel aufgelesen, Äste geschüttelt und Früchte mit einer kleinen Mostpresse verarbeitet», ist im Jahresbericht zu lesen. Viel Beachtung auf sich ziehen seit vergangenem Jahr rund ums Lusthäuschen auch Skulpturen des Steinbildhauers Alois Herger, die im September in einer gut besuchten Vernissage eingeweiht wurden. Bea Beer freute sich an der Mitgliederversammlung aber auch über die vor allem aus Gärtnerinnen und Gärtnern bestehende Gruppe junger Leute, die in einer Ecke der Hostet damit angefangen haben, einen Kompost und ein Hochbeet aufzurichten.

Auf viel Interesse stiess im letzten Frühjahr der von der Quartierarbeiterin Regula Aeppli initiierte Marktplatz im Schulhaus Brühl, an dem 25 Weststädterinnen und Weststädter ihre Waren vorstellten. Das Ziel war, neue Kontakte zu knüpfen und aufzuzeigen, wieviel Kreativität in der Weststadt schlummert.

Kontakte knüpfen konnten die Weststadtbewohner auch bei vielen anderen Möglichkeiten, wie etwa im «Café Du und ich», beim Mittagstisch, Jassen und Werken, Spielen, Adventsfenster öffnen und sonstigem geselligen Zusammensein. Freuen dürfen sich die Bewohner in diesem Jahr wieder auf den Weststadt-Märet, der ab 28. Mai weitergeführt wird und an dem saisonale Früchte, Gemüse, Milchprodukte, Fleisch und Honig angeboten werden.


Mittel sinnvoll genutzt

Die Jahresrechnung schliesst bei Einnahmen von 8038 Franken und Ausgaben von 11'013 Franken mit einem Verlust von 2975 Franken. Damit schrumpft das Vereinsvermögen auf 28 188 Franken, was laut der Vereinspräsidentin nicht zu Sorgen Anlass gibt, weil das Geld nicht gehortet, sondern für sinnvolle Projekte eingesetzt werden soll.

Nach der Demission von Martin Osieka und Ruth Andraschko besteht der Vorstand aus folgenden sieben Mitgliedern: Bea Beer, Gregor Häusler, Kathrin Kuckelsberg, Kathrin Panzeri, Hanne Leuenberger und neu Felix Epper und Sakine Tekbas. Die Revisorin Katrin Leuenberger wird durch Manuela Benigni ersetzt.

Für Unterhaltung sorgte der Mundartrocker Christoph Huber aus Mühledorf, und kulinarische Leckerbissen offerierte das Demokratische kurdische Gesellschaftszentrum.